Meson de Monasterio – Ein Juwel im Atlantik

IMG_20180407_120043_591 - CopyGleich hinter Puerto de la Cruz, auf der Südseite der Autobahn TF5,  erschliesst sich nach einem unscheinbaren kurzen Weg ein Juwel der Insel: die Meson de Monasterio. In einem weitläufigen Gelände am Nordhang des Montana de los Frailes macht sich ein in den historischen Baustil errichtetes ehemaliges Kloster. Mit einem nahezu phantastischen Blick auf die Bucht von Puerto de la Cruz bis nach La Matanza hin hat man auf der Nordseite einen gerade scenic view auf den Atlantic, während sich im Süden der Aufstieg zum Teide-Gebirge erschliesst.

Der Teide ist dabei nur mit seinem Vulkan-Kegel zu sehen, denn ansonsten wird er verdeckt durch die aufsteigenden immergrünen Berge, die im Winter auch mal weiss verschneit sein können und deshalb gesperrt sind.

Der gesamte Komplex gehört einer deutschen Familie, die mit viel Liebe für das Detail den Park ausgebaut hat zu einem Komplex unterschiedlicher Restaurants und teilweise ganze Ballsäle geschaffen hat. Der deutsche Bäcker versorgt dabei nicht die Monasterio selbst, sondern auch zahlreiche Geschäfte in Puerto de la Cruz und Umgebung und dies durchaus zum kleinen Preis. Auch wer einmal Griebenschmalz geniessen will, ist in der Monasterio richtig.

Die Küche der Restaurants ist dabei von lokal bis international und nahezu jeder Gaumen findet hier seinen Geschmack für einen moderaten Preis. Und wer am Wochenende (oder auch in der Woche) ein opulentes Frühstück mit einem Blick aufs Meer geniessen will, sollte früh aufstehen. Denn die Plätze im Cafe Mirador sind heiss begehrt und schnell belegt.

Für den Verdauungsspaziergang nach dem Mahl muss man das Gelände gar nicht verlassen. Denn die Eigentümer haben die Anlage mit ihren weitläufigen Naturparks liebevoll gepflegt. Pfauen spazieren hier und zeigen ihre farbenprächtigen Federn. Enten wackeln umher und Hühner sind auf dem ganzen Gelände gern gesehen. Wer also einmal Eier von freilaufenden Hühnern geniessen will, der ist in der Monasterio herzlich willkommen und hat hier gute Chancen, diese zu geniessen.

flickr Album: Meson de Monasterio

Tenerife in Carnaval

“Belinda ist nervös, selbst ihr zentimeterdickes Make up vermag dies nicht zu vertuschen. Belinda will Carnevalskönig werden …“

Wie Belinda, so ist nahezu jeder Tenerifi carnevalsverrückt, der auf Tenerife jedoch nicht nahezu ein halbes dauert, sondern nur wenige Wochen, die dafür umso intensiver sind. Am Tag des Coros ist Belinda die Erste, die den Coso durch Santa Cruz anführt als Königin des Carnavals. Gefolgt von den Clows, die bereits seit Tagen über die Lokalpolitiker vom Leder gezogen sind und überall in den Strassen sichtbar waren. Und dann folgen sie auch, die Samba- und Salsatänzer, Männer und Frauen bunt gemischt und vereint in den knappen Kleidern. Grosse Carrozas prägen den Umzug in Santa Cruz ebenso mit ihren antiken Pyramiden, neumodigen Feuerdrachen und Spelunken wie Tausende von herausgeputzten Menschen aus den zahlreichen Tanzschulen.

Dies ist, kurz gefasst: Santa Cruz in Carnaval. Und mit der mondänen Hauptstadt der kleinen Insel inmitten des Atlantiks ist der ganze Norden gefüllt von Carnavals-Veranstaltungen in einem bunten Theater aus Strassenumzügen und verrückten Traditionen.

 

Santa Cruz in Carnaval

Eine Woche dauert die verrückte Zeit in Santa Cruz, eine Woche nahezu durchgehender Party. In dem abgelegenen Archipel, der früher bitterarm war, bildete der Carnaval die Möglichkeit einmal im Jahr ausgelassen zu sein und alle Sorgen beiseite zu schieben. Und es war die Möglichkeit, auf die Oberen zu schimpfen und sie zu verspotten. Die Fürsten, und hier ist der canarische Carnaval dem deutschen Fasching nicht ganz unähnlich, konnten in diesen Tagen dem Volks buchstäblich aufs Maul schauen um zu sehen, was sie von ihrer Politik hielten. Niemand nahm es übel, aber die Dinge konnten sich entwickeln. Noch heute findet hinter der Maske dicker Schminke die Persiflierung der Oberen statt. Nur zwischenzeitlich mit lauter Musik.

Den Startpunkt bildete die Wahl der Königin des Carnavals. Eine Entscheidung, die das Leben der Kandidatinnen verändern kann, denn für sie ist weniger der Carnaval selber interessant, als vielmehr die Zeit danach mit reich dotierten Modelverträgen.

Gran Coso de Santa Cruz

Aber wen am Samstag vor Rosenmontag die ganze Innenstadt rund um den Placa Espana zu einer einzigen Partyzone wird, so kommen sie aus allen Inselteilen hierher. Die Hotels sind restlos ausgebucht für den zweitgrössten Carnaval der Welt nach Rio de Janeiro. Überall in den Strassen der Innenstadt dröhnt die Musik die ganze Nacht durch, nachdem die Menschen mit dem Dinner abgeschlossen haben und somit ausreichnet genährt sind für eine lange Nacht die bis in die frühen Morgenstunden reicht. Der Alkohol fliesst in Strömen und die Menschen, ob Mann oder Frau, knutschen sich gegenseitig ab. Das Leben ist unbeschwert wie selten, ohne das die Menschen ausfallend werden. Nach Sonnenaufgang sieht die Stadt dann aus wie ein Schlachtfeld, aber schon sind die Strassenreiniger im Anmarsch, um bis Mittag die Spuren der Nacht zu beseitigen. Es müssen Tonnen von Müll sein, die hier abtransportiert werden.

Dabei verkleiden sich die Partygänger gar nicht weiter. Jeder Chinamarkt auf der Insel bietet eine reichhaltige Auswahl von Überziehern und man dürfte auch selten so viele Fällganzkörperkondome auf einem Fleck finden wie in Santa Cruz zu Carnaval. Und wenn das Wetter gut ist, dann läuft mancher Verrückter auch einmal nur in engen Hotpants durch die Strassen, um seinen Körper im wahrsten Sinne des Wortes zur Schau zu tragen. Und man ist erstaunt, was Menschen alles mitbringen, wenn sie ausgehen: die Flightdeck Crew bringt ihre Rollkoffer mit, andere haben riesige aufblasbare Fische oder Badeinseln, die sie die ganze Nacht mit sich fuehren.

Und kaum sind am Morgen des Faschingsdienstag die Folgen der vergangenen Nacht beseitigt, bereitet sich die Stadt auf den Höhepunkt der ganzen Woche vor: den Gran Coso, den grossen langen Strassenumzug der auf dem Placa Espana endet. Schon Mittags sind die ersten Stühle, die am Strassenrand in Zweierreihe aufgestellt wurden, besetzt. Denn jeder will den besten Platz von allen haben und ganz direkt am Geschehen dran sein. Die Sonne brennt und die leichte Brise der See kühlt wieder etwas, während sich langsam die Gassen wieder füllen.

Wie immer auf den Canaren mit etwas Verspätung beginnt der Coso dann gegen vier Uhr. Während vorher noch einige Wagen des Croves aus der vorangegangenen Partynacht rollen, bereitet sich die Queen of Carnaval auf ihren grossen Auftritt vor. Ihr voran schreitet ihre Hofkapelle, die Gesichter bunt bemalt im Kostüm der canadischen Mountain Police, und natürlich der Bischof des Carnavals – man ist die Spanien und die Kirche ist auch im Carnaval ein nicht zu vergessende Institution. Die Schutzgarde der Königin, bestehend aus Frauen und Männern in prächtigen Kostümen mit vielen Federn bei den Frauen und den feuerroten Teufelshörnern bei den Männern bilden die Vorhut und verstellen als letzte den Blick auf die Königin.

Dann dann präsentiert sich ihre Majestät. Die Königin thront auf ihrem Wagen in Silber gehüllt, wo mehr gezeigt als verdeckt wird. Das Haupt schmückt eine riesige Pfauenkrone und ihr Thron ist eine Phantasie aus silbern schimmernden und leicht verarbeiten Wölbungen.

Der König folgen die canarischen Tiere: der Papagei. Eine ganze Hundertschaft zieht in dem Zug vorbei, reich mit Federn geschmückt und kunterbunt. Wie die Papageien eben sind. Und das der Carnaval für Jung und Alt ist zeigen die vielen Kinder, die selbst im Kinderwagen die kilometerlange Strecke durch die Gassen der canarischen Hauptstadt mitschreiten. Manchmal scheint ihnen die Lust vergangen zu sein, aber sie bleiben dabei und haben noch tagelang von dem bunten Treiben zu erzählen.

Der König können sie alle nicht das Wasser reichen. Nicht die Jungfrau und auch die nicht Dame of Honours, die in einem eigenen Wagen als Hofstaat der König folgen. Und auch nicht die Queen of the retiered People. Aber sie zeigen die Vielfalt des Carnavals der Canaren, welcher über die Generationen verbindet und der auch die Kulturen verbindet. Denn nach den vielen Tanzschulen folgen die Folkloregruppen. Ob europäisch, indisch oder japanisch – sie sind dabei in bunten Kostümen. Es hier ist es auch nicht mehr die Zeit des Spots, sondern nur noch die Zeit der ausgelassenen Freude. Die Menschen feiern sich selbst und ihre bunte Vielfalt.

Und nach drei Stunden ist das Spektakel vorbei und die Stadt bereitet sich auf eine weitere Partynacht vor. Und nach vier weiteren Partynächsten hat das Spektakel für ein Jahr Pause. Öffentlich. Denn im Stillen bereiten die Menschen schon ihre nächsten bunten Kostüme vor.

Flickr Album Gran Coso de Santa Cruz

 

Die Beerdigung der Sardine

Während sich in Deutschland die Politiker mit mehr oder weniger gekonnten Reden sich gegenseitig an die Wurzel gehen, nehmen sich die Menschen auf den Canaren selber auf die Schippe. Niemand kennt die Herkunft der Tradition, aber schon den ganzen Tag war auf dem Placa San Telmo eine riesige Sardine ausgestellt, die kurz nach Sonnenuntergang durch die Strassen getragen wird zum Hafen von Puerto de la Cruz. Schwarz bekleidete Männer bekleiden diese Sardine in tiefer Trauer und rund herum kreischen in Frauenkleidern verkleidete Männer um Pedro, die Sardine. Wenn sich der Zug langsam fortbewegt, so könnte man allen Ernstes glauben, hier sei wirklich jemand gestorben.

Dabei dient das grosse Spektakel zwischenzeitlich nur mehr dazu, einmal mehr ein Feuerwerk über den Dächern der Hafenstadt abzufeuern. Einmal mehr läutet die Beerdigung der Sardine eine lange Partynacht auf dem Placa de Charco ein. Denn im Hafen angekommen wird diese Sardine gesprengt gefolgt vom Sardinenfeuerwerk. Und kaum ist die Sardine verbrannt, strömt die Serveza in Strömen und auch der Wein zeigt seine Wirkung.

 

Tuntenlauf von Puerto de la Cruz

Te Conozco Mascarita 2018

Und zwei Tage später kommt es bereits zum nächsten Höhepunkt und man merkt: die kleine Stadt im Norden der Insel will sich gezielt vom Rest den carnavalistischen Treibens abheben. Wie bereits bei der Beerdigung der Sardine Pedro kann auch hier heute niemand mehr sagen, wann es angefangen hat. Aber die Gassen sind einmal mehr gefüllt und die Carnavalstouristen kommen extra aus Santa Cruz angereist, um Männer auf hochhakigen Schuhen über Kopfsteinpflaster Hindernisse überwinden zu sehen.

Mindestens neun Zentimeter müssen die Absätze hoch sein. Ob nun reale High Heels oder Plateauschuhe spielt keine Rolle. Und obwohl es keine Voraussetzung ist: bunt sollten sie sein. Und deshalb werden von den Läufern auch schoneinmal ganze Möbelstücke aus Pappe gebastelt, die natürlich den Lauf nicht einfacher machen. Aber Spass macht es und wenn einer die Hindernisse einfach umläuft, gibt es laute Buh-Rufe. Aber dafür hilft man auch jeder „Dame für einen Abend“ über die Hürden und so manche Frau springt einfach mit, wenn auch ohen High Heels.

Und wenn jetzt jemand fragt, wieviele Damen hier mitmachen, so sei ihm geantwortet: keine. Diese sind nämlich ausgeschlossen und niemand beschwert sich darüber. Denn hier wollen vorallem die Frauen sehen, wie die Männer durch die Gegend gockeln und sich bei jedem Hindernis und jedem Pfasterstein fast die Haxe brechen. Aber dies kommt nicht wirklich oft vor, denn vorher wird geübt.

Flickr Album Te Conozco Mascarita

 

Gran Croso Puerto de la Cruz

Puerto de la Cruz

Dem Abschluss der canarischen Carnaval Session bildet traditionell der Gran Coso in Puerto de la Cruz drei Tage nach Aschermittwoch. Noch einmal werden die bunten Kostüme heraus geholt. Was in von Santa Cruz unterscheidet? Er ist nicht nur deutlich kleiner, er ist auch wesentlich volksnäher. Es laufen weniger Gruppen und dafür viele Individuen, die hier einfach mitkommen und ihren Spass am Verkleiden haben.

Das Besondere in Puerto de la Cruz ist die Partnerschaft mit Düsseldorf. Bereits am Rosenmontag war die Queen of Carnaval in Düsseldorf dabei, um wenige Tage später das Düsseldorfer Prinzenpaar in ihrer Residenzstadt zu begrüssen. Mit einem eigenen Wagen, Hellau und Kamelle machen sich die Düsseldorfer schnell bemerkbar – sie heben sich ab von dem canarienvogelbunten Treiben der Lokalitas.

Und während die Queen von Santa Cruz den Zug ihrer Getreuen eröffnet, lässt sich die hohe Dame von Puerto de la Cruz die Zeit, den Zug zu beschliessen, gefolgt von einer wilden Horde von ausgelassen feiernden Menschen, die bei lauter Crove Music durch die Gassen der ansonsten so beschaulichen Kleinstadt im nördlichen Ende von Tenerife ziehen. Nunmehr haben die Menschen nur noch eine Nacht und daher will keine Minute verloren sein.

Ein Jahr müssen die Menschen dann warten, bis sie wieder ihre bunten Kostüme rausholen und durch die Gassen bei lauter Musik und viel Ausgelassenheit feiern können.

Flickr Album Gran Coso Puerto de la Cruz

Des Teides weisses Kleidchen

Bereits seit Tagen vermeldet es die Presse und auch im Internet findet man leicht viele Bilder. Die Zufahrtswege sind gesperrt, denn der Teide hat sich ein weisses Kleidchen zugelegt. Es ist nicht viel und nur der grosse Vulkankegel.

Aber die Bilder sind alle vom Süden her aufgenommen und im Norden hat Spaniens höchster Berg sich immer in Wolken verhangen gezeigt. Nun ist der Regen scheinbar abgetropft und die Sonne kam nach vielen Tagen heraus. Und der grosse Berg wllte sich dann auch mal seinen Unterliegenden im Norden zeigen. Nur ganz kurz.

Noch am Morgen haben die weissen Wolken den Kegel verhangen. Aber dann gegen Mittag machte sich der Grosse doch zum Herr des Geschehens und lüftete seine höchste Spitze. Nur ganz kurz, denn scheinbar war es ihm dann doch zu kalt und er liess die weissen Wolken wieder ihne selbst verdecken.

 

 

Nur das umliegende Hochplateau zeigte weiter seine weissen Spitzen. Wer braucht da wirklich die Alpen – nur die Southern Alps weit entfernt am anderen Ende der Welt sind schöner.

 

Album “El Teide, Tenerife” … der tägliche Blick zu Spaniens höchstem Gipfel

All überall auf den Tannenspitzen …

… sollte ein Lichtlein blitzen. So sagt es Knecht Rupprecht, wenn an Heilig Abend die vielen Kinder besucht und Geschenke bringt. Wenn er streng fragt, ob die Kinder (und auch der Rest der Familie) wirklich brav war.

Anderer Länder, andere Sitten und dies stellt man immer wieder auch an den Hochtagen des Christentums fest. Während in Deutschland bereits überall Tannenbäume aufgestellt werden und die Lichter blitzen, wenn auf den Weihnachtsmärkten im ganzen Land der Glühwein gereicht wird, sieht man hier nur vereinzelt kleine elektrische Kerzen blinken. Einen wirklichen Tannenbaum sieht man in den Palmen gesäumten Strassen eher vergebens – wenn es nicht nicht gerade einer aus dem chinesischen Markt ist und aus Plastik. Nur in einigen wenigen Strassen sind die Leuchtgirlanten aufgehaben und geben ein leichtes Licht in den dunklen, wohltemperierten Abendhimmel.

Einen Weihnachtsmarkt wird man vergebens suchen. Aber es lebt die alte Tradition aus DDR-Zeiten hier scheinbar wieder auf, die den Weihnachtsmarkt zum Rummel macht – in meiner alten Heimatstadt war beides eng miteinander verbunen, in Puerto de la Cruz ist nur der Rummel vorhanden.

Nur in einem merkt man, dass es auf die High Session zugeht: die Strassen füllen sich mehr und mehr mit Touristen. Man merkt schnell, wer auf der Insel lebt und wer gerade aus Europa gekommen ist. Den es ist kälter geworden und für die Insulaner sind die Temperaturen eher zu kalt, als dass sie noch im dünnen T-Shirt und kurzen Hosen herumlaufen würden. Dies überlassen sie den Touristen, die gerade aus Minustemperaturen angereist sind und für die bereits die 18 Grad wie ein Aufenthalt im Sommerparadies erscheinen muss. Nur, dass die See viel zu rau ist zum baden und auch der Atlantik genauso kalt ist wie man dies im Winter erwartet.

Tenerife . Inmitten des Atlantiks

Das Europa nicht an der Grenze zu Maroc endet, lernt man schnell kennen, wenn man auf dem Tenerife Reina Sofia Airport im Süden der Vulkaninsel landet: die Passkontrollen gibt es nicht und Afrika ist zumindest gefühlt weit weg. Die Welt ist geordnet, noch nicht einmal spanisch.

Allerdings konnte ich vor der Landung nicht viel von der Insel sehen. Wie ich später noch merkte legt der Einfluss des Teide-Gebirges die Insel immer in einen Mantel von Wolkendunst. Und so konnte ich auch den Teide, Spaniens höchsten Berg, nicht beim Landeanflug sehen.

Ich war Pauschaltourist

Obwohl beruflich auf die Insel gekommen, hatte ich eine Pauschalreise gebucht. Ein fast neues Erlebnis, alles ist fertig gebucht und braucht sich nur noch darum zu kümmern, dass man zum Flughafen kommt. Allerdings ist man dann auch auf Fluggesellschaften wie Niki/Air Berlin angewiesen, die nicht unbedingt für ihre hohe Kundenfreundlichkeit und Pünktlichkeit bekannt sind. Aber mitten im Sommer auf eine Touristeninsel zu fliegen – da gibt es kaum andere Möglichkeiten.

Ascheinsel

Die Islas de Canarias sind Vulkaninseln und dies sieht der Besucher auch schnell: überall ist der Boden karg und aschegrau bedeckt. Auch wenn der letzte Ausbruch des Teide schon über 100 Jahre zurück liegt, bleibt die Insel von Asche bedeckt. Die Insel ist deshalb mehr eine Mondlandschaft und wer bereits in der Wüste war, fühlt sich an diese Gegend erinnert.

Puerto de la Cruz . Der touristische Hotspot im Norden

Wer einmal auf Mallorca war, wird bereits von Anbeginn darauf stossen, dass es auch anders geht: der Ballermann ist 2.000 km weit entfernt und dies nur in Kilometers. Es geht gediegener Zu und die Saufgelage vom Balinario 6 oder einen Bierkönig wird man auf Teneriffa vergeblich suchen. Denn das Publikum ist zwar gemischt, aber gleichfalls ruhig.

Puerto ist ein liebevoll erhaltenes Städtchen. Zwar gibt es zahlreiche Neu- und Hotelbauten, die teilweise aus dem Reihe fallen und deplaziert sind. Gleichzeitig wurde aber der grösste Teil der Altstadt erhalten in ihrem traditionellen Stil. So findet man deshalb auch noch den alten Baustil von Fischerhäusern und spanischen Bürgershäusern, die in gepflegter Form dicht beeinanderstehen. Wenn man durch die engen Gassen geht, kann man Fischer noch spüren, die gerade ihren Fang anlanden, während auf der anderen Seite die Bürgersleute ihren Handels- und Handwerksgeschäften nachgehen. Mit viel Liebe zum Detail werden die Bauwerke erhalten und gleichzeitig an allen Stellen mit kleinen Lädchen und Cafes die Atmosphäre aufzulockern versucht. Schnell entschwindet man so auch den touristischen Badebereichen, in denen die Musik dröhnt. Schon auf dem Plaza de Chaco ist man zwar nur wenige Meter vom der Badebucht entfernt – aber die Ruhe eines belebten Stadtplatzes umgibt einen mit ihren Palmwedeln.

Eine Besonderheit wohl auf der gesamten Insel sind die engen Badebuchten. An offenen Stränden ist es viel zu gefährlich, durch den Rückstrom in den Atlantic schnell ins offene Meer gezogen zu werden. Und so ist neben dem öffentlichen Bad direkt an der Promenade überall in kleinen Buchten eine grosse Anzahl Badegästen – mitten auf den Lavasteinen, die so weich sind, dass man sie nicht weiter spürt. Eng an Eng wie in einer Hühnerbraterei werden auch die Plätze auf den Molen bevölkert, denn viel Strand ist nicht und so muss jeder Zentimeter ausgenutzt werden. Wie wird dies erst im Dezember in der Hauptsession ausschauen? Aber raus auf das Meer traut sich niemand, zu gefährlich auch wenn die Rettungsschwimmer schon mit Schnellbooten bereit stehen.

Teide Gebirge

In Teneriffa wird nicht nach Entfernung bemessen, sondern nach Höhe – der Teide bestimmt das Klima und je höher man wohnt, je kälter kann es werden. Im Sommer ist dies weniger von Interesse, da ist es eher umgekehrt und die unteren Bereich liegen unter den Wolken, die das Teide-Gebirge aufstaut.

Schaut man vom Norden auf das Teide-Gebirge, so wird es noch weit bis in die Höhe von einem dichten Wald bedeckt. Grün scheint der Berg und Teneriffa ist auch für seine Wanderwege bekannt, die bis weit in luftige Höhen ausgebaut sind. Je höher man steigt, desto geringer wird die Vegetation bis man am Fusse des Teide auf dem Gipfel der umliegenden Vulkane steht. Sie sind momentan ruhig, aber die Ebene ist quasi eine Mondlandschaft mit einer wohl einzigartigen Flora. Die Pflanzen haben sich hier an das trockene Klima angepasst.

Vom Roques de Garcia hat man dann einen hervorragenden Blick sowohl auf den Teide wie auch das angegrenze, zum Atlantik abfallende Tal. Der Blick ist atemberauben, denn bereits hier kann die Schichtung der unterschiedlichen Vulkanausbrüche erkennen. Wer Schichtung von woanders kennt, wird diese hiesige etwas merkwürdig finden: sie ist schräg. Und auf dem Weg nach Santa de la Cruz, der Hauptstadt von Teneriffa und der gesamten Region der Canaren, tritt die Schichtung noch einmal deutlich hervor.

Tenerife – Fire and Sun